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Salesforce verdient an Anthropic

  • August 28, 2026

Data Divers Dialogs · Von Christian Schappeit · August 2026

Am 26. August meldete Salesforce das beste Quartal seit Jahren, und die Aktie sprang um gut 22 Prozent; von 5,90 Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie stammen 2,53 aus einer Beteiligung, die niemand verkauft hat. In den drei Wochen davor hat HubSpot ohne Pressekonferenz begonnen, Urteile in die Software zu verlegen, die bisher Menschen gefällt haben.

Charcoal Ruled Page with Missing LineZwei Zahlen standen am 26. August auf derselben Seite.

Die erste: 33,5 Milliarden Dollar, plus 14 Prozent. Das ist der cRPO, der vertraglich gesicherte Auftragsbestand der nächsten zwölf Monate. Diese Zahl hatten wir hier im Kalender stehen, und sie hat getan, was angekündigt war — nämlich nichts Aufregendes. Vierzehn Prozent im Vorquartal, vierzehn Prozent jetzt, vierzehn Prozent in der Prognose für das nächste.

Die zweite steht weiter oben in der Gewinn- und Verlustrechnung, in einer Zeile, auf die seit Jahren niemand schaut: Gewinne (Verluste) aus strategischen Beteiligungen, netto. Im Vorjahresquartal standen dort 6 Millionen Dollar.

Diesmal stehen dort 2.613 Millionen.

Die Aktie schloss am Folgetag gut 22 Prozent im Plus.

Ein Investment, das niemand verkauft hat

Salesforce Ventures stieg Anfang 2023 mit rund 50 Millionen Dollar bei Anthropic ein und hat sich seither an weiteren Runden beteiligt. Ende Mai 2026 sammelte Anthropic 65 Milliarden Dollar ein, bei einer Post-Money-Bewertung von 965 Milliarden. Im Zwischenbericht zum 31. Juli steht die Position mit rund 5,1 Milliarden Dollar in den Büchern — 45 Prozent des gesamten Beteiligungsportfolios. Im Januar waren es 22 Prozent.

Verkauft wurde nichts. Kein Anteil abgegeben, kein Käufer gefunden, kein Dollar geflossen. Jemand anders hat Geld eingesammelt, und die Buchhaltung hat den Rest erledigt.

Das ist völlig legal, völlig üblich und nach US-Bilanzregeln sogar vorgeschrieben. Es ist außerdem der mit Abstand beste Trade, den Salesforce in diesem Jahrzehnt gemacht hat.

Interessant ist nicht, dass es passiert ist. Interessant ist, wo die Zahl gelandet ist.

Was in der Tabelle fehlt

Jeder Quartalsbericht enthält eine kleine Tabelle, in der das Unternehmen auflistet, was es aus dem offiziellen Gewinn herausrechnet, um zum „bereinigten“ Gewinn zu kommen. Bei Salesforce sah sie diesmal so aus: Abschreibung erworbener immaterieller Vermögenswerte 0,64 Dollar, aktienbasierte Vergütung 1,10 Dollar, Restrukturierung 0,14 Dollar, Steuereffekte minus 0,27 Dollar.

Lesen Sie die Liste noch einmal und achten Sie darauf, was fehlt.

Der Beteiligungsgewinn wird nicht herausgerechnet. Er bleibt drin. Deshalb konnte Salesforce melden, der bereinigte Gewinn je Aktie habe sich auf 5,90 Dollar mehr als verdoppelt.

Ohne die Beteiligung wären es 3,37 gewesen. Die Analystenschätzung lag bei 3,27. Von 2,63 Dollar Überraschung stammen 2,53 aus dem Beteiligungsportfolio. Sechsundneunzig Prozent.

„Das operative Geschäft hat die Erwartung um drei Prozent übertroffen. Die Aktie stieg um zweiundzwanzig.“

Wie viel davon auf Anthropic entfällt, steht nicht in der Pressemitteilung vom 26. August. Es steht im Zwischenbericht, der am Tag darauf bei der SEC einging: 2,7 Milliarden Dollar nicht realisierter Gewinn allein aus der Anthropic-Position.

Das ist mehr als die 2,613 Milliarden in der Zeile. Der Unterschied sind rund 296 Millionen Dollar Abschreibungen auf andere Beteiligungen im selben Quartal — der Rest des Portfolios hat verloren, und Anthropic hat es zugedeckt.

Der Kurs sprang am Mittwochabend. Die Aufschlüsselung kam am Donnerstag.

Die Prognose, die keine Prognose ist

Der zweite Teil der Nachricht war die angehobene Jahresprognose, und die wurde gefeiert. Im Mai hatte Salesforce für das Geschäftsjahr 2027 einen bereinigten Gewinn von 14,06 bis 14,12 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Jetzt sind es 16,67 bis 16,71.

Das sind 2,61 Dollar mehr. Der bereits gebuchte Beteiligungsgewinn beträgt 2,53.

Die Differenz — sechs bis acht Cent — ist der Teil der Anhebung, der aus dem Verkauf von Software kommt.

Salesforce verschweigt das nicht. Es steht in der Fußnote zur Prognose, in einem Satz, den man zweimal lesen sollte: Die prognostizierten Gewinne je Aktie unterstellen „keine Veränderung des Werts unseres strategischen Beteiligungsportfolios, da sich künftige Gewinne und Verluste nicht prognostizieren lassen“. Der Satz danach: Die Auswirkung künftiger Gewinne oder Verluste „könnte wesentlich sein“.

Also: Wir haben 2,53 Dollar in die Jahresprognose geschrieben und nehmen an, dass sich der zugrunde liegende Wert bis Januar nicht bewegt. Bei einer nicht börsennotierten Beteiligung, deren Wert sich gerade innerhalb eines Quartals um 2,6 Milliarden Dollar verschoben hat.

Agentforce, das KI-Produkt, um das die ganze Erzählung kreist, kam auf über 1,5 Milliarden Dollar ARR, plus 240 Prozent. Zusammen mit Data 360 sind es knapp 3,9 Milliarden, plus 210 Prozent. Das sind gute Zahlen. Es sind Jahreswerte.

Eine Fußnote gehört hierher, weil sie zum Rest passt: Seit diesem Quartal zählt Salesforce auch Slackbot und Headless 360 zum Agentforce-ARR. Die 240 Prozent vergleichen also nicht ganz dasselbe mit demselben.

Der Papiergewinn aus dem Beteiligungsportfolio betrug 2,6 Milliarden. In drei Monaten.

Salesforce hat im vergangenen Quartal also mehr Gewinn daraus ausgewiesen, ein Stück von Anthropic zu besitzen, als Agentforce in einem ganzen Jahr an Umsatz erwirtschaftet.

Man kann beide Wetten gleichzeitig laufen lassen

Am selben Tag tat Marc Benioff zwei Dinge.

Er nannte die Rede von der „SaaSpocalypse“ — der These, dass KI-Modelle Unternehmenssoftware überflüssig machen — Unsinn. Wörtlich: „nonsense of this SaaSpocalypse“, es sei „time for it to stop“.

Und er stellte Claudeforce vor. Ein Plugin, mit dem Vertriebsleute ihre CRM-Daten abfragen, ändern und bearbeiten können, ohne Salesforce jemals zu öffnen. 37 vorgefertigte Sales-Skills, Pilotkunden jetzt, offene Beta im September. Benioffs Satz dazu: „the UI is the AI.“ Produktchef Patrick Stokes ergänzte, die Schnittstelle zu SaaS durchlaufe „eine Phase erheblichen Wandels“.

Ein Detail dieser Konstruktion ist zu schön, um es zu übergehen. Stokes erklärte auch, wie der Zugriff abgerechnet wird: über „headless consumption pricing“ — wie viele API-Aufrufe ein Unternehmen bekommt, hängt davon ab, welche Nutzerlizenz-Edition es gekauft hat. Der Zugang zu einem Produkt, das ausdrücklich dafür gebaut wurde, dass niemand mehr die Oberfläche öffnet, bemisst sich also weiterhin an der Zahl der Plätze, die niemand mehr besetzt.

Dazu kommen zwei Rechnungen: eine von Salesforce, eine von Anthropic. Vom Platz zum Verbrauch, in der Praxis. Der Einkauf nennt es zwei Kostenstellen, von denen eine keinen Deckel hat.

Das ist kein Widerspruch. Das ist eine Absicherung.

Fressen die Modelle die Unternehmenssoftware nicht, verkauft Salesforce weiter Software. Fressen sie sie doch, besitzt Salesforce ein Stück vom Fresser. Beide Wetten laufen. Und beide zahlen in dieselbe Gewinnzeile ein.

Eine Absicherung ist nur keine Produktstrategie. In der Kennzahl, die am Mittwochabend über die Ticker lief, sieht man den Unterschied nicht.

Die andere Art, KI zu bauen

In den drei Wochen vor Salesforce’ Rekordquartal hat HubSpot vier Dinge ausgeliefert, über die niemand berichtet hat.

Am 24. Juli den Massenimport bestehender Verträge. Am 3. August eine API für das neue Vertragsobjekt, das seit Juni automatisch entsteht, sobald ein Angebot angenommen wird — samt anteiliger Verrechnung, wenn mitten in der Laufzeit hoch- oder heruntergestuft wird. Am 4. August eine Überwachung der Umsatzsteuer-Registrierungspflichten, die meldet, wenn ein Unternehmen in einem US-Bundesstaat die Schwelle überschreitet, ab der es sich registrieren muss.

Und am 7. August, allgemein verfügbar: eine KI, die offene Forderungen sortiert. Sie bewertet drei Dimensionen — Umsatzrisiko, Kundenrisiko, Rechnungsrisiko — und sagt, welche zuerst drankommt. In den Release Notes steht dazu ein bemerkenswert präziser Satz: es sei „Breeze’s first GA milestone in a billing workflow“.

Wer zuerst gemahnt wird, war bisher eine Entscheidung. Getroffen von jemandem in der Debitorenbuchhaltung, der wusste, dass der Kunde aus Ingolstadt immer spät zahlt und immer zahlt, und dass man beim anderen besser gleich anruft. Jetzt ist es eine Rangliste aus drei Scores.

Keine dieser Auslieferungen hat einen Kurs bewegt. Zusammen verschieben sie etwas anderes als eine Oberfläche.

„Salesforce hat die Oberfläche verschoben. HubSpot verschiebt das Urteil.“

Welcher Steuersatz auf diese Position gehört. Ob wir in Colorado registrierungspflichtig geworden sind. Was der Vertrag nach der Herabstufung im Mai noch wert ist. Wen wir zuerst mahnen. Das waren Urteile. Jetzt sind es Voreinstellungen.

Ein Steuersatz ist keine Empfehlung. Er ist eine Festlegung mit Rechtsfolgen. Wenn er falsch ist, bekommt nicht HubSpot den Bescheid.

Diese Frage steht in keinem Lieferantenfragebogen

Hier wird es für die Leser dieser Publikation praktisch.

In den Projekten, in denen ich tatsächlich sitze — Pharma, Medizintechnik, Versicherung —, gehört die Prüfung der Anbieterstabilität zum Verfahren. Es gibt Fragebögen. Sie fragen nach Zertifikaten, nach Subunternehmern, nach dem Verarbeitungsort, nach Ausstiegsszenarien, gelegentlich nach testierten Abschlüssen.

Und irgendwann landet die Quartalsfolie des Anbieters im Business Case. „KI-Umsatz plus 210 Prozent.“ „Bereinigter Gewinn verdoppelt.“ Beide Sätze stimmen. Der erste ist eine Aussage über ein Produkt. Der zweite ist eine Aussage über ein Wertpapierdepot.

Wie viel des ausgewiesenen Gewinns unseres Anbieters stammt aus dem Verkauf seiner Software?

Diese Frage habe ich noch in keinem Lieferantenfragebogen gesehen. Sie ist in zwei Minuten beantwortet — die Überleitungstabelle steht in jeder Pressemitteilung —, und niemand stellt sie, weil bisher niemand sie stellen musste. Zwanzig Jahre lang war der ausgewiesene Gewinn eines Softwareanbieters ungefähr das, was er mit Software verdient hatte.

Das gilt gerade nicht mehr. Und es gilt nicht nur bei Salesforce. Jeder Anbieter, der früh in einen Modellanbieter investiert hat, trägt inzwischen dieselbe Zeile in den Büchern.

Die Antwort ändert selten die Kaufentscheidung. Salesforce wird nicht instabil, weil ein Papiergewinn schrumpft; das operative Geschäft trägt sich. Sie ändert etwas anderes — nämlich, was man dem Lenkungsausschuss über die Finanzkraft des Anbieters erzählt, und wie viel Gewicht man einer Roadmap gibt, die aus derselben Präsentation stammt wie der verdoppelte Gewinn.

Die zweite Frage ist unbequemer, weil sie Arbeit auslöst.

Welche Entscheidungen trifft diese Software künftig, die bisher ein Mensch getroffen hat — und wer unterschreibt sie?

Der Beteiligungsgewinn bei Salesforce kostet niemanden eine Stunde. Er steht in einer Zeile, er bewegt einen Kurs, und im validierten Umfeld ändert er exakt nichts. Die Rechnungspriorisierung bei HubSpot kostet Arbeit: Spezifikation, Test, Nachweis, und jemanden, der im Zweifel erklären kann, warum diese Forderung vor jener stand.

Berichtet wurde über das eine. Verteidigen muss man das andere.

Zwei Termine für den Kalender

September 2026 — Claudeforce Open Beta. Der Pilot läuft, die offene Beta ist für September angekündigt, weitere Skills für Ende 2026. Die interessante Zahl wird nicht die Nutzerzahl sein, sondern die zweite Rechnung: Salesforce berechnet den API-Zugriff über die Lizenzedition, Anthropic die Token. Wer den Verbrauch verantwortet, ist in den meisten Unternehmen nicht geklärt.

Q3 FY27 — die Wiederholung. Die Jahresprognose unterstellt für den Rest des Jahres eine Veränderung von null in der Beteiligungszeile. Jede andere Zahl als null ist damit per Definition nicht prognostiziert — in beide Richtungen. Der cRPO ist erneut mit rund 14 Prozent geführt.

Die ehrlichste Zeile steht klein gedruckt

Der cRPO liegt bei 33,5 Milliarden Dollar. Der operative Cashflow soll im Gesamtjahr um vier bis fünf Prozent wachsen. Das ist das Geschäft: solide, sehr groß, im niedrigen zweistelligen Bereich wachsend. An diesem Mittwoch hat es niemanden interessiert.

Bewegt hat die Aktie eine Zeile, die vor einem Jahr sechs Millionen Dollar auswies und zu der das Unternehmen selbst schreibt, dass sie sich nicht prognostizieren lässt.

Nächstes Quartal kann dort wieder eine Sechs stehen. Oder ein Minuszeichen.

Der cRPO wird bei ungefähr vierzehn Prozent liegen.

Und in irgendeiner Debitorenbuchhaltung entscheidet seit dem 7. August eine Rangliste, wer zuerst gemahnt wird. Das hat keinen Kurs bewegt.


Zahlen und Quellen. Salesforce Q2 FY27, Quartal beendet am 31. Juli 2026, veröffentlicht am 26. August 2026: Umsatz 11,345 Mrd. USD (+11 % J/J, auch währungsbereinigt), Abo- und Support-Umsatz 10,820 Mrd. USD (+12 % J/J, +11 % währungsbereinigt, einschließlich rund 440 Mio. USD aus Informatica), GAAP-Gewinn je Aktie 4,29 USD (+119 %), Non-GAAP 5,90 USD (+103 %), GAAP-Marge 20,5 %, Non-GAAP-Marge 34,1 %, cRPO 33,5 Mrd. USD (+14 % J/J und währungsbereinigt), RPO 66,3 Mrd. USD (+11 %), operativer Cashflow 1,3 Mrd. USD (+71 %), freier Cashflow 1,1 Mrd. USD (+81 %). Agentforce-ARR über 1,5 Mrd. USD (+240 %), Agentforce und Data 360 zusammen knapp 3,9 Mrd. USD (+210 %). Zeile „Gains (losses) on strategic investments, net“: 2.613 Mio. USD gegenüber 6 Mio. USD im Vorjahresquartal.

Prognose FY27 angehoben auf 46,1–46,4 Mrd. USD Umsatz und 16,67–16,71 USD Non-GAAP-Gewinn je Aktie; im Mai lauteten die Werte 45,9–46,2 Mrd. USD und 14,06–14,12 USD. Das Wachstum von operativem und freiem Cashflow bleibt unverändert bei rund 4–5 %. Die Überleitung von GAAP auf Non-GAAP enthält vier Positionen — Abschreibung erworbener immaterieller Vermögenswerte 0,64 USD, aktienbasierte Vergütung 1,10 USD, Restrukturierung und akquisitionsbezogene Kosten 0,14 USD, Steuereffekte −0,27 USD — und keine Position für Beteiligungsergebnisse. Salesforce beziffert deren Wirkung selbst mit 2,43 USD auf den GAAP- und 2,53 USD auf den Non-GAAP-Gewinn je Aktie. Der Fußnotensatz zur Prognose im Original: „The Company’s projected GAAP and non-GAAP diluted net income per share assumes no change to the value of our strategic investment portfolio as it is not possible to forecast future gains and losses. The impact of future gains or losses from the Company’s strategic investment portfolio could be material.“

Die Aufschlüsselung nach Beteiligung steht nicht in der Pressemitteilung, sondern im Quartalsbericht (Form 10-Q, eingereicht am 27. August 2026): nicht realisierte Gewinne von 2,7 Mrd. USD im Quartal und 3,0 Mrd. USD im Halbjahr aus der Anthropic-Position; Buchwert rund 5,1 Mrd. USD zum 31. Juli 2026, entsprechend etwa 45 % des gesamten Beteiligungsportfolios nach 22 % zum 31. Januar 2026. Den Aufwärtsbewertungen von brutto rund 2,9 Mrd. USD standen im Quartal etwa 296 Mio. USD Wertminderungen und Abwärtsbewertungen gegenüber. Ebenfalls im Bericht: Agentforce-ARR umfasst seit Q2 FY27 auch Slackbot und Headless 360, die Vorjahresbasis ist insoweit nicht identisch definiert.

HubSpot, dieselben Wochen. Aus den Release Notes: 24. Juli 2026 Contract Imports in der Public Beta (Massenimport bestehender Verträge per CSV); 3. August Contracts API in der Public Beta; 4. August Tax Registration Obligation Monitoring, mit Warnung beim Überschreiten von Economic-Nexus-Schwellen in den USA; 7. August AI Invoice Prioritization allgemein verfügbar — Breeze bewertet offene Rechnungen nach Umsatzrisiko, Kundenrisiko und Rechnungsrisiko, in den Release Notes bezeichnet als „Breeze’s first GA milestone in a billing workflow“. Das Vertragsobjekt selbst kam im Juni 2026 in die Public Beta: Angenommene Angebote erzeugen automatisch einen Vertragsdatensatz, der Abrechnung und Zahlungen steuert und Hoch- und Herabstufungen, anteilige Verrechnung und Verlängerungen ohne neuen Deal abbildet. Die automatische Umsatzsteuerberechnung auf Angeboten — in Echtzeit nach Positionskategorie und Rechnungsadresse, USA, Kanada, Großbritannien — wurde im Juli allgemein verfügbar.

Was gesichert ist und was nicht. Gesichert, weil aus den Einreichungen selbst: sämtliche Salesforce-Zahlen oben. Gesichert aus Primärquelle: Anthropics Series H über 65 Mrd. USD bei 965 Mrd. USD Post-Money, bekanntgegeben am 28. Mai 2026. Abgeleitet, aber nachrechenbar: 3,37 USD operativer Gewinn je Aktie, der Anteil von 96 % an der Überraschung gegenüber der Konsensschätzung von 3,27 USD und die sechs bis acht Cent operativer Anteil an der Prognoseanhebung. Aus der Berichterstattung, nicht aus einer Unternehmensangabe: der Ersteinstieg von rund 50 Mio. USD Anfang 2023 — es handelt sich um die erste von mehreren Beteiligungen, die insgesamt eingezahlte Summe ist nicht offengelegt, ein Multiplikator lässt sich daraus also nicht bilden. Der Schlusskurs am 27. August lag bei rund 252 USD nach 205,62 USD, ein Plus von etwa 22,6 %; je nach Messfenster kursieren Werte zwischen 13,5 und 23 %. Die Zuspitzung, ein Anbieter könne an einer Beteiligung mehr verdienen als mit seinem KI-Produkt, ist eine Gegenüberstellung von Quartalsgewinn und Jahresumsatz — sie ist rechnerisch korrekt und bewusst schief; sie sagt etwas über die Gewinnzeile, nicht über den Geschäftswert von Agentforce.

Bei HubSpot sind Funktionsnamen, Daten und Beta- beziehungsweise GA-Status durch die Release Notes belegt; das Vertragsobjekt und die Rechnungs- und Zahlungsfunktionen des Customer Agent zusätzlich durch unabhängige Berichterstattung. Die Umbenennung von Commerce Hub in Revenue Hub am 16. Juni 2026 stammt aus Partnerquellen, nicht aus einer eigenen HubSpot-Mitteilung. Die Deutung — dass hier Urteile und nicht Oberflächen verschoben werden — ist eine Lesart dieser Auslieferungen, kein Befund. Sie ist ein sich abzeichnender Trend, kein gesicherter: Die einzelnen Funktionen sind für sich genommen unspektakulär, und ob die Taktung anhält, wird sich erst über die nächsten zwei Quartale zeigen.

Primärquellen: Salesforce Q2 FY27 · Form 10-Q · Claudeforce · Anthropic Series H. Berichterstattung: Reuters · Motley Fool · EBC · Benzinga · VentureBeat · Bloomberg. Zu HubSpot: Release Notes · MarTech · Vantage Point · CRM Experts Online.

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